Ein derartiger Aufnehmer mit dieser Nennkraft und der gewünschten Genauigkeit ist ein Unikat und erfordert eine genaue Berechnung und Optimierung mit hochauflösenden FEM-Methoden. Aufgrund des günstigen Preis-Leistungsverhältnisses erhielt HAEHNE Elektronische Messgeräte GmbH den Zuschlag für die Entwicklung und Fertigung dieses Systems. Da weder die Firma HAEHNE noch andere Institute in der näheren Umgebung von Düsseldorf über eine Prüfmaschine mit mehr als 10 MN Druckkraft verfügen, war die Entwicklung und Fertigung dieses Kraftaufnehmers ein Vabanque - Spiel für die Firma HAEHNE, aber auch für den Auftraggeber. Der Waagemut zahlte sich aus. Der Ringkraftaufnehmer wurde in seiner Funktion als Kraftanzeige in einer Prüfmaschine nach den Anforderungen der DIN EN ISO 7500-1 mit einer 10 MN Druckprüfmaschine (Geräteklasse 0,5) der MPA Braunschweig untersucht. Eine Klassifizierung nach DIN EN ISO 7500-1 ergab die Geräteklasse 1. Bei der Klassifizierung wurden die Messunsicherheit und der systematische Fehler der zur Überprüfung eingesetzten Druckprüfmaschine sowie die Messunsicherheit bei der Kalibrierung des Ringkraftaufnehmers berücksichtigt. Die MPA Braunschweig betont ausdrücklich, dass sie für die Kalibrierung von Kraftaufnehmern nicht akkreditiert ist. Der RKS 03 wurde ohne Nachbesserung abgenommen.
Das Bild zeigt den offenen Ringkraftaufnehmer, der nach dem Stauchkörperprinzip optimiert wurde. Dabei wurden die DMS-Vollbrücken in entsprechende Brückenzweige mehrfach in einzelne DMS-Elemente aufgegliedert und am Umfang verteilt, um die Gesamtgenauigkeit zu erhöhen. An diesem Beispiel zeigt sich, was heute mit hochauflösenden FEM-Verfahren und dem entsprechenden DMS-Applikations Know-How möglich ist. Früher waren dafür mehrere, entsprechend aufwändige, Optimierungsschritte notwendig. Das Know-how für diese Sonderlösungen hat die Firma HAEHNE bei der Entwicklung und Fertigung so genannter „Messender Maschinenelemente“ – auch solche mit Hochtemperatur- Dehnungsmessstreifen – erworben.

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